Auftreten der ersten Aoiden Der erste Druck mit beweglichen Lettern

In der Zeit von 1040 und 1048, also schon 400 Jahre vor Gutenberg, erfand der chinesische Münzmacher und Schmied Bi Sheng eine Methode des Drucks mit wiederverwendbaren Lettern.

Bi Sheng fertigte für die einzelnen Schriftzeichen Druckstempel aus gebranntem Ton an, die er für den Druck mit einem Wachs-Harzgemisch auf einer Eisenplatte fixierte. Um die Zeichen erneut zu verwenden, wurde die Eisenplatte erhitzt, bis sich die Lettern wieder lösten.

Das Verfahren konnte sich in China nicht durchsetzen. Es wäre viel zu aufwendig gewesen, für alle chinesischen Schriftzeichen einzelne Stempel anzufertigen. Außerdem nutzten sich die tönernen Stempel zu schnell ab.

Buchdruck (Johannes Gutenberg)

Johannes Gutenberg schafft die Grundlage für die maschinelle Massenproduktion von Büchern. Für alle Schriftzeichen wird ein spiegelverkehrter Stempel aus hartem Stahl angefertigt: die Patrize. Mithilfe dieser Patrizen werden kleine Kupferstücke gestanzt, sogenannte Matrizen. Ein kleines Handgießgerät, bestehend aus zwei Teilen, die zusammengesetzt einen rechteckigen Gießkanal bildeten, an dessen unteren Ende die Matrize eingesetzt wurde, ermöglichte dann, mit Blei beliebig viele Duplikate der Patrizen zu gießen, die Lettern. Sie wurden auf eine einheitlich Länge gekürzt und dann zu Zeilen und Seiten zusammengesetzt. Mit Druckerschwärze eingefärbt konnten sie dann mit einem Bogen Papier für den Druck in eine Presse einlegt werden.

2. Besuch Benjamins bei Bertold Brecht in Dänemark Europäische Flüchtlingskrise

Anstieg der Flüchtenden in die EU-Staaten auf 1–2 Mio.

Walter Benjamin Portbou Aoide ἀοιδός

Aoiden waren Sänger, die in der frühen griechischen Antike mit Liedern zu aktuellen Themen der griechischen Gesellschaft auftraten, als Wandersänger oder Angestellte der griechischen Aristokratie. Ihre Kunst bestand vor allem in der Improvisation: sie wählten das Thema ihres Vortrags frei aus, im Verlauf konnte aber auch ein Themenwechsel oder ein anderes Thema vorgeschlagen werden, auf das sie eingehen sollten.

Diptychon

Klapp- und verschließbare Schreibtafel, bestehend aus zwei gerahmten Holzbrettchen, die durch Scharniere oder Kordel miteinander verbunden waren.

Diptychen waren antike Schreibmedien. Sie bestanden aus zwei mit Wachs beschichteten Holzbrettchen, die beschrieben werden konnten. Der Text wurde mit einem Griffel eingeritzt. Mit dem abgeflachten Ende des Griffels konnte der Text korrigiert oder wieder ganz gelöscht werden.

Erste Erwähnung in der Ilias
Menhir Menhir

Aufrecht stehender, meist unbehauener Steinblock. Im Unterschied zu den Megalithen handelt es sich bei Menhiren um einzelstehende Steine.

Rhapsode

Rhapsoden waren Menschmedien in der griechischen Antike, die Inhalte aus einem schriftlich fixierten Textkorpus sicher abrufen und aufführen konnten. Mit der Verschriftung der zuvor nur mündlich übermittelten Erzählungen verschob sich auch die Vorstellung von einer guten oder gelungenen medialen Vermittlung. Sie richtete sich nun auf die fehlerfreie Reproduktion und nicht mehr auf eine Improvisation, der es gelingt, ein Thema auf ein immer anderes Publikum abzustimmen.

Im Unterschied zu den Aoiden .... wie bei den schriftlosen Vorläufern der Rhapsoden, den Aoiden. Die Erwartungen an einen Rhapsoden – als Menschmedium – richtete sich auf seine Fähigkeit, Inhalte auch aus einem großen Textkorpus getreu reproduzieren zu können, immer auf die gleiche Art und Weise.

Volvelle

Eine Volvelle ist eine Art Diagramm aus beweglichen Scheiben, die anfänglich vor allem zur Darstellung astronomischer Sachverhalte genutzt wurde. Frühe Volvellen finden sich in eruopäischen Handschriften des 13. Jahrhunderts. Der arabischen Welt waren sie wahrscheinlich aber schon im 11. Jahrhundert bekannt.

Volvellen machten einem breitem Publikum zugänglich, was bis dahin nur Gelehrten mit Messinstrumenten vorbehaltenen war.

Johannes de Sacrobosco (1195–1256, Tractatus de Sphaera (1230) Ramon Llull (1235–1316), Ars generalis ultima Peter Apian (1495–1552), Astronomicum Caesareum (Ingolstadt, 1540) Georg von Peuerbach (1423–1461), Theoricae novae Planetarum Regiomontanus (1436–1476), Calendarium Johannes Schöner (1477–1547), Aequatorium Astronomicum Sebastian Münster (1488–1552), Organum Uranicum
Zeitung

Der Begriff zidunge kam Anfang des 14. Jahrhunderts auf und bezeichnete eine mündliche oder schriftliche Nachricht. Mit der Erfindung des maschinellen Buchdrucks im 15. Jahrhundert setzten sich erst Einzelblattdrucke zur Nachrichtenübermittlung durch. Im September 1605 erschien in Straßburg dann die erste Zeitung, im Sinne eines periodisch erscheinenden, mehrseitigen Druckwerks: die Relation, gegründet von Johann Carolus. Sie erschien einmal wöchentlich.

Das Jahrhundert der Zeitung

Das 18. Jahrhundert war das Jahrhundert der Zeitung. Neben den politischen Zeitungen finden sich vor allem Anzeigenblätter. Zeitungen dienten vor allem der politischen Information und der Werbung. Sie wuchs nach und nach zum gesamtgesellschaftlichen Leitmedium heran, das überall, auch öffentlich genutzt wurde. So wurde der Konsum auch immer wieder als Sucht verspottet.

Intelligenzblätter

Am 5. Januar 1722 erschienen erstmals die Wochentlichen Franckfurter Frag- und Anzeigungs-Nachrichten, das erste deutsche Anzeigen- oder Intelligenzblatt. Der Buchdrucker und Verleger Anton Heinscheidt schuf damit ein völlig neues Periodikum. Im Unterschied zu den politischen Zeitungen, die sich mit den großen Ereignissen befassten, sollten in den Intelligenzblättern mit unpassionirter Feder eher über Alltägliches berichtet werden: über Sterbefälle, Heiraten, Messen, vor allem aber über die örtlichen Angebote, Nachfragen, Stellengesuche etc. Aufgabe des Blattes war es, so Heinscheidt im Vorwort, dass man den Einwohnern einer Stadt offentlich zu wissen thut, was allda zu Kauffen, zu Verkauffen, zu Lehnen oder zu Leyhen ist .

Ziel der frühen Intelligenzblätter war es, den lokalen Handel zu fördern. So wurden sie von der Obrigkeit auch systematisch gepuscht, in Berlin beispielsweise durch Zwangsabonnements, die alle staatlichen Behörden, Gymnasien, Klöster, Kirchen verpflichteten, die Intelligenzblätter zum halben öffentlichen Verkaufspreis zu abonnieren. Nach und nach wurden sie dann zu auch amtlichen Mitteilungsblättern (Veröffentlichung von Gesetzestexten, Gerichtsurteilen, Konkursen, Versteigerungen usw).

Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts wurden im deutschen Sprachraum rund 550 Intelligenzblätter unter Titeln wie "Frag- und Anzeigungs-Nachrichten", "Wöchentliche Nachrichten", "Intelligenzblatt" oder "Intelligenz-Zettel" gegründet.

Let's Talk 2021-10-27 Diskussion Projektgruppe Einrichtung Workspace Gesamtbudget Gesamtbudget Erstbesprechung Johanna nets21 Einstieg Projekte Mitglieder Veranstaltungen Mitglied werden #1 2021-12-09 Projektübergabe 2021-10-25 Vorbesprechung Prototyp 1 JKR 2021-10-20 Diskussion Prototyp 1 Geschäftsstelle Konzeption Besprechung Geschäftstelle JKR Besprechung Konzept Design, Troubleshooting WP Gesamtbudget Verantwortung Toleranz Demokratie Evonik Einstieg

Die Startseite präsentiert die drei Bereiche "Geschichte", "Orte" und "Stories", ggf. mit einem ersten Beitrag. Option: Es werden auch die Ziele des Programms vorgestellt, mit einem kurzen Text und den Videointerviews. Eine ausführliche Vorstellung des Programms erfolgt auf einer separaten Seite.

Geschichte

Ziel ist die Visualisierung der Verschränkung von Geschichte und Gegenwart. Die Zusammenhänge von Zeitgeschichte, Unternehmensgeschichte und einzelner Lebensgeschichten sollen sichtbar werden.

Biographien Orte Stories
#1 2021-11-01 4. Teamsitzung 2021-10-22 Prototyp v1 Entwicklung NetGraph Konzeption Verschränkung 2. Teamsitzung Vorbereitung 2. Teamsitzung Anpassung Modul Rangeslider User Area User Area Implementierung Vanilla Forum Integration Unternehmensgeschichte / Lebensgeschichte Anpassung CD Evonik Besprechung Projektteam Prototyp v1 final Prototyp v1 Design-Besprechung intern Prototyp v1 Design-Besprechung intern Besprechung Projektteam Design-Besprechung intern Indexseite v1 Design-Besprechung intern Design-Besprechung intern Design-Besprechung intern Entwicklung und Design Recherche 2012 Schalom Rollberge

In Berlin startet ein neues Konzept zur Prävention und Bekämpfung von Antisemitismus im Rollbergviertel von Berlin-Neukölln. Vorwiegend muslimische Kinder und Jugendliche treffen im Rahmen von Bildungs- und Freizeitangeboten auf jüdische Alt- und Neuberliner*innen, die sich ehrenamtlich engagieren.

Die Zahl der gemeldeten antisemitischen Übergriffe, nicht zuletzt in Neukölln, ist gestiegen. Daher wird der Bezirk als für Juden besonders gefährlich wahrgenommen. Gleichzeitig leben viele junge Israelis in Neukölln. Jüdische Alt- und NeuberlinerInnen, darunter viele aus Israel, engagieren sich im Rahmen von Shalom Rollberg als ehrenamtliche MentorInnen. Jede Woche verbringen sie mindestens 1,5 Stunden mit ihren meist arabischstämmigen Schützlingen, helfen ihnen bei den Hausaufgaben oder unternehmen etwas gemeinsam mit ihnen. Sie sind jedoch nicht nur NachhilfelehrerInnen und MentorInnen, sondern vor allem Vorbilder für sie. Darüber hinaus bieten jüdische Gruppenleiter beispielsweise Englisch-, Kunst- oder Kung Fu-Kurse für die Kinder und Jugendlichen aus dem Rollbergviertel an. Und schließlich ist Shalom Rollberg Partner von PRiiL (Projekt der Regenbogenschule für interreligiöses und interkulturelles Lernen), in dem unser Projektleiter den vierten Klassen der örtlichen Grundschule jeden Montag von jüdischen Traditionen, Festen etc. erzählt und am Ende gemeinsam mit den Kindern eine Synagoge besucht.

2006 Stadteilmütter

In Berlin Neukölln startet das deutschlandweit erste Stadtteilmütterprojekt. Mütter mit Migrationshintergrund beraten und unterstützen andere Mütter in Fragen der Erziehung, Kindergesundheit und anderen Fragen.

2006 <!-- <div type="ws-comment" status="open"> <p>... Kommentar ...</p> </div>--> Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit

Das Dokumentationszentrum in Berlin Schöneweide dokumentiert das Schicksal der Zwangsarbeiter in der Zeit des Nationalsozialismus.

2005 Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas erinnert an die rund sechs Millionen Juden, die unter Adolf Hitler von Nationalsozialisten ermordet wurden. Das Mahnmal, entworfen von Peter Eisenman, besteht aus 2711 quaderförmigen Beton-Stelen. Es wurde zwischen 2003 und Frühjahr 2005 auf einer rund 19.000 m² großen Fläche errichtet und am 10. Mai 2005 eingeweiht.

2001 Jüdisches Museum Berlin

Noch in der Zeit vor dem Mauerfall 1989 kamen im Westteil Berlins Überlegungen auf, ein Jüdisches Museum zu gründen. Der Weg von dieser Idee bis zur Konzeption seiner Dauerausstellung war lang und von Kontroversen geprägt. Am 9. September 2001 eröffnete das Jüdische Museum Berlin mit einem festlichen Konzert unter der Leitung von Daniel Barenboim.

2000 - 2006 9 Mordanschläge auf Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund

Zwischen 2000 und 2006 verübt die rechtsextremistische Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) in Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund und Kassel neun Mordanschläge auf Kleinunternehmer mit Migrationshintergrund.

1999 Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte von Hüls

Nach der Fusion von Degussa und Hüls wird die Hüls-Geschichte wissenschaftlich untersucht.

Aufarbeitung der Unternehmensgeschichte von Degussa

Degussa beugt sich dem Druck der Öffentlichkeit und bestellt unabhängige Wissenschaftler, die Geschichte des Unternehmens im „Dritten Reich“ zu erforschen.

1992 Rassistische Übergriffe in Rostock-Lichtenhagen

Zwischen dem 22. und 26. August 1992 greifen mehrere hundert teilweise rechtsextreme Randalierer die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber Rostock-Lichtenhagen an und setzen ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiter im sogenannten Sonnenblumenhaus in Brand, unter dem Beifall von bis zu 3000 Zuschauern. Die Polizei zieht sich zeitweise völlig zurück und die im brennenden Haus Eingeschlossenen sind schutzlos sich selbst überlassen.

1965 Repressive Toleranz

Der Philosoph und Soziologe Herbert Marcuse veröffentlicht einen kritischen Essay über die Kehrseite von Toleranz und Liberalismus: ihr Umschlagen in Indifferenz oder Repression. Die Schrift entfaltet große Wirkung in der aufkommenden Studentenrevolte.

1963 Auschwitzprozesse

Gerichtsverfahren zur juristischen Aufarbeitung des Holocausts, insbesondere der NS-Verbrechen im KZ Auschwitz. Angeklagt waren Angehörige der SS-Wachmannschaften in diesem größten aller nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslager.
Erste Nachforschungen über Verstrickungen der Degussa. Ein junger Jurist geht im Auftrag der Rechtsabteilung der Frage nach, ob die Degussa nachweislich Gold aus Konzentrationslagern geschmolzen hat.

Ein junger Jurist, dessen Vater im „Dritten Reich“ zum Vorstand der Degussa gehörte, muss 1964 im Auftrag des Leiters der Rechtsabteilung nachforschen, ob die Degussa nachweislich Gold aus Konzentrationslagern geschmolzen hat. Das erste Fazit der Untersuchung lautet: „Mit den schriftlichen Unterlagen können wir nicht beweisen, dass es ausgeschlossen ist, dass die DEGUSSA über Berlin Zahngold etc. aus KZ’s zum Schmelzen erhalten hat.“

In einem zweiten Gutachten weist er nach, dass die Degussa nach Kriegsende und auf Befehl und im Auftrag der Preparatory Commission International Refugees Organization (IRO) Altsilber und Altgold, die in KZs gefunden wurden, geschmolzen hat. Fazit: „Danach ist es unbestreitbar, dass die DEGUSSA tatsächlich mit dem Schmelzen von Zahngold aus KZ’s zu tun hatte, allerdings in keiner ehrenrührigen Form.“

Man spürt förmlich, wie erleichtert der Verfasser über diese Ergebnisse ist – er hat keinen offenen Hinweis auf ein Verbrechen gefunden.

1955 Leo Baeck Institut

Deutsch-jüdische Emigrantinnen und Emigranten, die zu den führenden Intellektuellen ihrer Zeit zählen, wie Hannah Arendt oder Martin Buber, gegründen das Leo Baeck Institute. Ziel ist die Erforschung der deutsch-jüdischen Geschichte sowie die Erhaltung ihres Erbes.

1943 Zwangsarbeiterlager Berlin-Schöneweide

Mitten im Wohngebiet Berlin Schöneweide wird ein Zwangsarbeiterlager errichtet. Es umfasst 13 Unterkunftsbaracken und eine Wirtschaftsbaracke. In den Baracken leben rund 500 italienische Militärinternierte und Zivilarbeiter:innen, daneben vermutlich auch Ostarbeiter. Zwei Baracken dienen zeitweise als KZ-Außenlager für weibliche Häftlinge, die bei der Batteriefabrik Pertrix (VARTA) arbeiten müssen.

1942 Einsatz von <q type="socalled">Ostarbeitern</q> bei Degussa und Röhm & Haas

Degussa in Frankfurt hat in einem Ginnheimer Gasthaus ein Lager, in dem ca. 90 junge Ostarbeiterinnen leben, die im Werk Gutleutstraße (am 9 Kilometer entfernten Hauptbahnhof) arbeiten. Von den 170 sowjetischen Kriegsgefangenen, die im Marler Kriegsgefangenenaußenlager starben, waren 41 bei den Chemischen Werken Hüls beschäftigt (die anderen anderswo, z.B. im Bergbau).

Todesursachen: allgemeine Körperschwäche, Herzschwäche, Entkräftung - aufgrund miserabler Verpflegung, schlimmer Lebensumstände und sehr harter Arbeit.

Zusätzlich muss bedacht werden, dass viele Zwangsarbeiter bei Bombenangriffen nur während der Arbeitszeit in die Bunker durften. Ansonsten waren sie schutzlos. Und Marl wurde zunehmend bombardiert.

Die 15- bis 19-jährigen Ukrainerinnen, die Röhm & Haas 1942 zugeteilt wurden, waren wahrscheinlich bei Straßenrazzien gefangen und verschleppt worden. Für sie wurde eine Sammlung von Winterkleidung unter der Belegschaft organisiert, aber ansonsten war der Belegschaft bei Strafe verboten, Kontakt zu den Zwangsarbeiterinnen aufzunehmen oder ihnen Nahrungsmittel zuzustecken. Es gab besondere Vorschriften zur Bestrafung der Zwangsarbeiter und bei „Fehltritten“ wurden sie an die Gestapo überwiesen.

1942 Kürzung der Essensrationen in den Arbeitslagern

Die Versorgungslage der Zwangsarbeiter:innen mit Lebensmitteln verschärft sich drastisch. Das Reichsministerium für Ernährung kürzt die Essensrationen, zahllose Zwangsarbeiter:innen verhungern.

1942 <q type="socalled">Ostarbeiter</q>

Ab 1942 bilden russische Kriegsgefangene oder aus dem Osten Verschleppte das Gros der Zwangsarbeiter in Deutschland. Der Staat verdiente an ihnen, da er mehr als die Hälfte des ohnehin geringen Verdienstes einzog. Im Falle der sogenannten Ostarbeiter kam noch eine spezielle Abgabe hinzu. Die Ostarbeiter, Männer und Frauen, stehen in der Hierarchie der Zwangsarbeiter ganz unten.

1941 Erstmals Einsatz von Zyklon B bei der Ermordung von Konzentrationslager-Häftlingen

Im September 1941 setzt die SS das Pestizid Zyklon B erstmals ein, um damit in Auschwitz 600 sowjetische Kriegsgefangene zu vergasen. Von der Effektivität des Pestizids überzeugt, missbraucht es die SS anschließend zum Mord an etwa einer Million Juden, Sinti und Roma, Homosexuellen, Kriegsgefangenen und anderen KZ-Häftlingen. Dafür sind ca. 1 Prozent der Liefermenge vonnöten.

Zyklon war eine Erfindung des Ersten Weltkrieges: Seinerzeit war der Technische Ausschuss für Schädlingsbekämpfung (TASCH), gegründet worden, der dem Kriegsministerium unterstand. Dieser entwickelte ein Blausäuregas, das an der Front Ungeziefer vernichten sollte, das schwere Krankheiten verursachten. 1919 ging aus dem TASCH, der u.a. mit Verfahren der Degussa arbeitete, die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung m.b.H. (Degesch), Frankfurt, hervor.

An dieser waren neben der Degussa zunächst zahlreiche Firmen beteiligt, die ihre Anteile bis 1922 an die Degussa verkauften.

Im gleichen Jahr erwarb die Degesch ein von ihrem Geschäftsführer Walter Heerdt entwickeltes Verfahren, mit dem das hochgiftige Cyklon (ein Akronym für die Hauptbestandteile Cyan- und Chlorverbindungen) in baumwollartigen Kügelchen eingeschlossen wurde. Dieses Produkt wurde Zyklon B genannt. Sobald es mit Sauerstoff in Kontakt kam, entstand ein tödliches Gas.

Bis 1936 waren die Dessauer Werke für Zucker und Chemische Industrie die alleinigen Hersteller dieses Pestizids. Die Degussa kaufte das fertige Produkt von den Dessauer Werken, ab 1936 auch von den Kaliwerken im tschechischen Kolin und verkaufte es dann an die Degesch weiter.

Bereits 1925 war eine interne Umstrukturierung der Degesch erfolgt. Um Kosten zu sparen, vergab die Degesch die Vertriebs- und Anwendungsrechte für Zyklon B an zwei Firmen: die eine war die neugegründete Heerdt & Lingler GmbH (Heli), Frankfurt, die andere die Tesch & Stabenow GmbH (Testa), Hamburg. An beiden Firmen war die Degesch beteiligt (1942 verkaufte sie ihre Anteile an der stets nach Unabhängigkeit strebenden Testa). Die beiden Vertriebsfirmen teilten sich den Markt mit der Elbe als Grenze. Die Testa war darüber hinaus der Exklusivlieferant für das deutsche Militär und die SS. Die Degesch war die Schnittstelle zwischen Dessau und den Vertriebsgesellschaften und fungierte als Abrechnungsstelle. Ihre Einnahmen stammten aus den Verkäufen und Dividenden der Vertretungen, von ausländischen Lizenzen und Direktexporten.

Um die Konkurrenz auf dem Schädlingsbekämpfungsmarkt aufzufangen, musste die Degussa 1930 und 1931 Degesch-Anteile an die I.G. Farbenindustrie AG (42,5 Prozent) sowie die Th. Goldschmidt AG abgeben (15 Prozent). Die Degesch vertrieb nun eine Vielzahl von Pestiziden, ihre Geschäftsführer stammten weiterhin von der Degussa, die nunmehr bis Kriegsende eine Minderheitsbeteiligung von 42,5 Prozent hielt. Aufgrund ihrer Betriebsgröße und der Absatz-mengen war die Degesch für die Degussa eher von sekundärer Bedeutung. Die Gewinne aus dem Zyklon B-Vertrieb stammten bis 1938 hauptsächlich aus dem Ausland.

Nach Kriegsbeginn avancierten Wehrmacht und SS zu Großkunden der Testa – nicht nur Soldatenunterkünfte, auch die Baracken der Konzentrationslager mussten entwest werden.

Die Frage, ob Verantwortliche der Degussa wussten, dass Zyklon B ab September 1941 zur Ermordung von Menschen eingesetzt wurde, lässt sich nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Fest steht, dass Bruno Tesch, der Geschäftsführer der Testa, seit Anfang 1942 davon Kenntnis hatte – er wurde deshalb von den Briten angeklagt und 1947 gehängt.

1940 Polenerlass

Mit den Erlassen der Reichsregierung, den so genannten Polen-Erlassen, schuf die nationalsozialistische Reichsregierung per Polizeiverordnung ein Sonderrecht, das polnische Zwangsarbeiter diskriminierenden Vorschriften unterwarf. Die rassistisch begründete Vorstellung von einer Minderwertigkeit der „Zivilarbeiter“ genannten Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen aus Polen war ein herausstechendes Merkmal dieser Anordnungen.

Faksimile des Polenerlasses 1940 gemeinfrei
1939 Ghettos

Mit dem Überfall auf Polen 1939 beginnt die Einrichtung von jüdischen „Wohnbezirken“/Ghettos im besetzten Polen.

1939 Degussa Rüstungsproduktion für den Zweiten Weltkrieg

Schwere wirtschaftliche Probleme, aufgrund der sich verändernden Kriegslage. Aufgrund des Krieges waren immer höhere Produktionsmengen erforderlich, zugleich wurde der Mangel an deutschen Arbeitern aufgrund von Einberufungen immer größer. Zwar versuchte auch die Degussa, stattdessen Frauen zu beschäftigen, aber diese durften keine gefährlichen Arbeiten übernehmen. Als mehr als die Hälfte aller deutschen Frauen berufstätig waren, verhinderte die Regierung weitere Einstellungen.

1938 Zwangsarbeit in den Chemischen Werken Hüls

Im personalen Bereich zeigt sich besonders deutlich, dass die Chemischen Werke Hüls ein Bestandteil des nationalsozialistischen Kriegs- und Wirtschaftssystems waren. Denn seit der Bauphase 1938 war das Werk auf staatliche Personalzuweisungen angewiesen. Es kam dennoch zu personalen Schwierigkeiten, die in einer hohen Fluktuation und niedrigen Qualifikation der Arbeitskräfte bestanden

Von Anfang an arbeiteten auf der Marler Baustelle ausländische Arbeitskräfte, die zunächst freiwillig kamen, weil es zu Hause keine Arbeit gab, die aber auch zunehmend zwangsrekrutiert wurden.

1938 „Edelmetallaktion“

Nach der „Machtübernahme“ durch die Nationalsozialisten und der anschließend eingeführten Devisenbewirtschaftung lief das Edelmetallgeschäft der Degussa schleppend. Da die Reichsmark kaum konvertiert werden konnte und die Reichsbank das Gold hortete, arbeiteten die Scheideanstalten der Degussa bis 1938 weit unter ihrer Kapazität. Dies änderte sich gegen Ende des Jahres mit der sogenannten „Edelmetallaktion“. Nach der Pogromnacht vom 9. November 1938 entschied die Reichsregierung, alles Gold, Silber und Platin der jüdischen Bevölkerung zu beschlagnahmen. Es sollte als „Sühnegeld“ für die Schäden der sogenannten Reichskristallnacht dienen. Juden mussten ihr Edelmetall bei den staatlichen Pfandhäusern abliefern.

Formal wurde ihnen eine Entschädigung gezahlt, doch diese ging auf gesperrte Konten, die der Treuhänder, das Reich, einzog, sobald die vormaligen Besitzer auswanderten oder deportiert wurden. Von den Pfandhäusern gelangte das Edelmetall an die Scheidereien. Diese verarbeiteten und veredelten die Metalle und schickten das entsprechende Gewicht in Barren unter Abzug der Scheidegebühr und eines geringen Gewinns an die Reichsbank, oder sie lieferten die Metalle auf Anordnung des Regimes an andere Unternehmen. Da die Degussa die bedeutendste Edelmetallscheiderei in Deutschland war, konnte sie der Reichsbank bessere Konditionen bieten als alle anderen und erhielt zahlreiche Scheideaufträge.

Auch bei der Ausraubung der Juden in von Deutschland besetzten Gebieten zwischen 1940 und 1945 war die Degussa dem Regime als einer der wesentlichen Edelmetallverarbeiter nützlich. Dabei agierte sie überaus gewinnorientiert und die Verantwortlichen machten sich keine Gedanken über die Herkunft der Edelmetalle. Die Berliner Scheiderei der Degussa erhielt direkte Lieferungen von Zahngold aus dem Ghetto Lodz. Im Grunde war die Anlieferung und Verarbeitung von Dentalgold nichts Ungewöhnliches, da dies zu den Aufgabengebieten der Scheiderei zählte. Wohl aber kamen Lieferungen zum Teil in einem Zustand an, der eindeutige Hinweise auf die Herkunft gab. Allerdings waren viele Lieferungen auch in bereits geschmolzenem Zustand, um Diebstähle während des Transportes zu verhindern.

Die Degussa nahm an der Ausplünderung von Juden nicht allein deshalb teil, um schnelle Gewinne zu machen. Sie erwartete vielmehr Folgeaufträge und hatte vermutlich Furcht vor Sanktionen, die eine Verweigerung vielleicht nach sich gezogen hätte. So handelten sie nach dem Motto: „Wenn wir es nicht tun, tut es ein anderer.“

Weil sich die Degussa nicht verweigerte, kam sie in den Genuss eines Scheideauftrags, der weitaus größer war als die vorangegangenen. Dieser Auftrag setzte 1940 nach den Siegen im Westen ein und umfasste die geraubten staatlichen und privaten Edelmetallbestände aus den besetzten Ländern wie Belgien, Frankreich sowie auch die aller Staaten, die im östlichen Europa von den deutschen Truppen okkupiert wurden.

1938 Zentrale Dienststelle für Juden

Ab 1938 wurden reichsdeutsche Juden, nachdem ihnen durch Berufsverbote die freiwillige Aufnahmemöglichkeit von Arbeit eingeschränkt worden war, auch außerhalb des Lagersystems durch die Zentrale Dienststelle für Juden zum geschlossenen Arbeitseinsatz gezwungen. Dadurch sollte der Auswanderungsdruck auf sie erhöht werden

1938 Herausdrängen der jüdischen Mitarbeiter und Führungskräfte

Das Herausdrängen der jüdischen Mitarbeiter und Führungskräfte aus den Unternehmen geschah häufig, um Partei- oder Staatsaufträge zu sichern, sich persönliche Vorteile zu verschaffen, auf Druck regionaler Nationalsozialisten oder ganz plump aus Antisemitismus. Aber nicht alle Unternehmen handelten so.

Das Engagement der Degussa für jüdische Mitarbeiter, Führungskräfte oder Aufsichtsräte war vor allem persönlich und nicht politisch motiviert. Die Verantwortlichen wussten, dass sie Unternehmensinteressen verfolgen konnten, solange sie Rücksicht auf die staatlichen Prioritäten nahmen. Und ihr Unternehmensinteresse war, vom Know-how der jüdischen Mitarbeiter oder Aufsichtsräte zu pro-fitieren. 1933 hatte die Degussa sechs jüdische Aufsichtsräte, denen sie freistellte, direkt den Abschied zu nehmen oder nach Beendigung der Amtszeit auszuscheiden. Unter diesen Aufsichtsräten befand sich auch einer der reichsten Männer Deutschlands, Max von Goldschmidt-Rothschild. Sein Vertrag lief 1934, nach 37 Jahren im Degussa-Aufsichtsrat, aus. Goldschmidt-Rothschild ließ seinen Abschied mit seinem Alter begründen: Er war 91 Jahre alt. Der letzte jüdische Degussa-Aufsichtsrat, Richard Merton, dessen Name eng mit der Frankfurter Metallgesellschaft verbunden ist, ging 1938. 1938 entließ die Degussa unter Druck jüdische Mitarbeiter der Dr. L.C. Marquart in Bonn-Beuel. Man hatte sie so lange mit der Genehmigung der Kreisleitung halten können, weil deren Know-how für den Betrieb wichtig war.

In der „Reichspogromnacht“ am 9. November 1938 wurde das Haus des jüdischen Degussa-Mitarbeiters Dr. Ernst Eichwald verwüstet. Er und seine Frau verbrachten die Nacht auf einer Bank am Waldrand. Am nächsten Tag wandte sich Eichwald an Vorstand Hermann Schlosser, der das Ehepaar zunächst zu seiner Mutter nach Gießen brachte und dann dafür sorgte, dass beide nach Großbritannien ausreisen konnten. Frau Eichwald hatte die britische Staatsbürgerschaft. Das Ehepaar lebte dort bis an sein Lebensende. Dr. Eichwald hielt immer Kontakt zur Degussa.

Trotz zunehmenden Drucks durch das Reichswirtschaftsministerium (RWM), auch das Korrespondenzbüro in Shanghai zu „arisieren“, hielt die Degussa an dessen Leiter, Curt Brahn, der jüdischer Abstammung war, zunächst fest. Zum 1. Januar 1940 aber wurde er mit einer Abfindung entlassen; Curt Brahn überlebte den Krieg in Shanghai.

Auch bei der Th. Goldschmidt spielten persönliche Bande eine Rolle: Als 1934 der jüdische Bankier Kurt Hirschland starb, wurde sein freiwerdender Platz im Aufsichtsrat mit seinem Neffen Georg Hirschland besetzt, mit dem Direktor Theo Goldschmidt befreundet war. Hirschland schied erst 1938 aus dem Aufsichtsrat aus, nachdem er den Entschluss zur Emigration gefasst hatte.

Bei Röhm & Haas trat Dr. Herbert Heriberts, ein jüdisches Vorstandmitglied der Tochtergesellschaft Burnus AG, aus dem Vorstand aus. Über einen Aufenthalt bei einer französischen Tochtergesellschaft von Röhm & Haas gelangte er in die USA.

1936 Gründung der Chemischen Werke Hüls

Seit 1936 gab es im Deutschen Reich einen Vier-Jahres-Plan der nationalsozialistischen Regierung, der Deutschland von Rohstoffeinfuhren unabhängig machen sollte. Autarkie hieß das Ziel; sie diente der Vorbereitung des Zweiten Weltkrieges. Zu den notwendigen Rohstoffen, die in Deutschland erzeugt werden sollten, gehörte Kautschuk, der vor allem für die Produktion von Autoreifen gebraucht wurde. Die Zeit war also geprägt von heimlichen, aber auch öffentlichen Kriegsvorbereitungen. Die am 15. Mai 1938 in Marl gegründete Chemische Werke Hüls GmbH war ein Teil dieses Komplexes, da hier künstlicher Kautschuk, Buna genannt, hergestellt werden sollte.

Das Werk selbst wurde auf der "grünen Wiese" errichtet, der Name "Hüls" bezog sich auf einen nahegelegenen Stadtteil, in dem die I.G. Farbenindustrie AG eine Zeche (Auguste Victoria) betrieb. Die Chemische Werke Hüls GmbH gehörte zu 74 Prozent der damals börsennotierten I.G. Farbenindustrie AG und zu 26 Prozent der Bergwerksgesellschaft Hibernia AG, die ihrerseits eine Tochtergesellschaft der staatlichen VEBA AG war.

Ein Blick in das Vertragswerk der Chemische Werke Hüls GmbH zeigt, dass sich die I.G. Farbenindustrie einen auf Dauer beherrschenden Einfluss sichern wollte: Das Marler Werksgelände gehörte bei der Gründung den I.G. Farben und wurde in Erbpacht vergeben, d.h. bei einer Auflösung der Firma wäre es wieder an I.G. Farben zurückgefallen. Die Lizenzen auf das Lichtbogenverfahren sowie die folgende Produktion von Buna und Ethylenoxid-Folgeprodukte erhielt Hüls von den I.G. Farben kostenlos. Alle Veränderungen und Verbesserungen aber wurden automatisch Eigentum der I.G. Farben. Die Bergwerksgesellschaft Hibernia blieb außen vor. Den Ver-kauf der Hülser Produkte übernahm grundsätzlich die I.G. Farbenindustrie.

Das Marler Werk war so angelegt, dass es schnell wieder beseitigt werden konnte, ohne dass die I.G. Farbenindustrie an Flexibilität einbüßte. Die Leitung der I.G. Farbenindustrie sah in Hüls wohl eine reine Kriegs-Produktion. Deshalb gab es keine anwendungstechnische Abteilung oder gar Forschungseinrichtungen.

Am 29. August 1940 wurden die ersten Bunaballen aus Marl ausgeliefert.

1938 Aktion „Arbeitsscheu Reich“

In der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ wurden bereits im April und Juni 1938 mehr als 10.000 so genannte Asoziale durch Polizeidienststellen zur Zwangsarbeit in Konzentrationslager verschleppt.

1938 Robert Ley in den Chemischen Werken Hüls

Die Chemischen Werke Hüls hatten einen besonderen Platz im nationalsozialistischen Kriegs- und Wirtschaftssystem: Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, der Chemiker Dr. Robert Ley, besuchte nach 1938 zweimal das Werk in Marl. Der Hetzer und Demagoge wurde von der Belegschaft begeistert begrüßt.

1933 Arisierungen durch Degussa

Im Rahmen der Arisierungen, der Übernahme jüdischen Eigentums an „rein deutsche“ Unternehmen und Personen, übernimmt die Degussa übernahm zehn Unternehmen, drei Beteiligungen, erwarb vier umfangreiche Aktienpakete sowie zehn Grundstücke in Frankfurt, Köln, Hamburg, Berlin, Wien und Prag und kaufte zuletzt im August 1944 ein konfisziertes Patent.

Zu den früh „arisierten“ Unternehmen gehörten die Pharmafirma Chemisch-Pharmazeutische Werke Bad Homburg AG, Frankfurt, sowie die Degea AG, Berlin, die später als Auergesellschaft firmierte, und die Bonner Firma Dr. L.C. Marquart. Als heutige Betriebsstätte Bonn-Beuel ist sie dem Standort Wesseling angeschlossen. Bei den Übernahmen lässt sich ein zeitliches Muster aufzeigen: die ersten „Arisierungen“ vollzog die Degussa weitgehend ohne größere Ausübung von Druck. Die Verkäufer, zumeist langjährige Geschäftspartner, nahmen bereits im Frühjahr 1933 ihrerseits Kontakt auf, nachdem sie durch Repressalien seitens des Staates und der NSDAP in eine aussichtslose Lage manövriert worden waren. Die Degussa bot daraufhin Preise an, die Peter Hayes für die Zeit von 1933 bis 1937 als kaufmännisch „fair“ bezeichnet. Für die "arisierte" Firma Dr. L.C. Marquart wurde bei der Kreisleitung die Erlaubnis erwirkt, weiterhin jüdische Mitarbeiter zu beschäftigen, da man auf deren Know-how angewiesen war. Ab 1938 kam es jedoch auch bei der Degussa zu Übernahmen auf „fast herzlose und auf eigene Interessen bedachte Art und Weise“. Insgesamt ist jedoch im Zusammenhang mit den „Arisierungen“ weniger ausschlaggebend, ob und ab wann die Vertreter der Degussa eigenen Druck ausübten, son-dern vielmehr, dass sie bereitwillig von anti-jüdischen Maßnahmen profitierten.

Die Th. Goldschmidt AG übernahm zwei Unternehmen aus jüdischem Besitz. In beiden Fällen wurden nicht nur kaufmännisch faire Preise bezahlt, sondern darüber hinaus auch dafür gesorgt, dass die emigrationswilligen oder bereits emigrierten Vorbesitzer auch in den Genuss des Geldes kamen. Dies teilweise unter Umgehung bestehender Vorschriften.

Röhm & Haas „arisierte“ vor allem Grundstücke in Firmennähe und vermittelte beim Zwangsverkauf der mehrheitlich jüdischen Firma Kulzer & Co. an Degussa und Heraeus.

1933 Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation bei Degussa

Die Verantwortlichen der Degussa glauben, die wirtschaftlichen Vorgaben der Nationalsozialisten erfüllen zu müssen, um weiterhin erfolgreich arbeiten zu können. NSBO gelangt in die Firmen, Herrschaft der NSDAP-Funktionäre. Die Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation war eine betriebsbezogene Organisationsform der Arbeitnehmer unter Regie der NSDAP, gegen die freien Gewerkschaften gerichtet.

Bereits seit 1930 gab es bei der Degussa in Frankfurt eine Betriebszelle der NSDAP. Hatte sich schrittweise entwickelt. Im Degussa-Werk Rheinfelden begrüßte der Werksleiter Krell den neuen, NS-geprägten Betriebsrat: Ich habe […] meine Genugtuung zum Ausdruck gebracht, dass wieder eine Betriebsvertretung da sei, deren Fehlen unangenehm empfunden wurde.“ […] „Ich habe weiterhin die Bitte ausgesprochen, mich in meiner Eigenschaft als Werksleiter nicht als Gegner zu betrachten, sondern als Gegenpol für eine gemeinsame Arbeit; im übrigen bäte ich darum, für diese gemeinsame Arbeit den gleichen guten Willen mitzubringen, den ich mitbrächte.

1932 Willkürliche Inhaftierung von politischen Gegnern

Die Nationalsozialisten inhaftieren willkürlich politische Gegner und später auch „Asoziale“, Landfahrer, Homosexuelle und angeblich „rassisch minderwertige“ Juden, Sinti und Roma (sogenannte „Zigeuner“) und Zeugen Jehovas (sogenannte Bibelforscher) in Arbeitslagern.

Caption .... Credit ...
1931 Weltwirtschaftskrise

Durchschlag in die Unternehmen, hohe Verluste, Entlassungen. Firmen nutzen die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern schlechtere Verträge zu geben, u.a. bei Degussa: Kündigung und anschließend Angebot der Weiterarbeit unter schlechteren Bedingungen. Viele nehmen an. Prekäre Lebenssituation, da die Stellen der Mitarbeiter ständig in Gefahr. Betriebsräte müssen mitentscheiden, wer entlassen wird und wer bleiben darf. Kurzarbeit im Degussa-Werk Rheinfelden. Alle müssen solidarisch sein, sonst funktioniert das nicht. Mitarbeiter radikalisieren sich zunehmend. In einigen Werken der Degussa sitzen auch kommunistische Betriebsräte.

1932 Hyperinflation

Schwere Turbulenzen für die Unternehmen. Einige, darunter die Degussa, kaufen Firmen auf Kredit und machen guten Gewinn, da die Schulden nach Inflationsende minimal sind. In der Inflation dürfen Unternehmen eigenes Geld drucken. Arbeitnehmer werden jeden Tag bezahlt. Verfall der Preise ist rasant. Degussa gewährt Arbeitern verschiedenste Beihilfen.

1922 Wohlfahrtsfond für Werksangehörige von Röhm & Haas

Röhm & Haas richtet ein „Wohlfahrtsfond für Werksangehörige“ zur Altersfürsorge in Höhe von 2 Millionen Mark ein.

1922 Arbeitnehmer in Aufsichtsräten

Ab 1922 sitzen Arbeitnehmer in Aufsichtsräten. Sie habe allerdings nur Mitsprache bei sozialen Themen.

1922 Betriebsräte bei Degussa

Betriebsräte verhandeln mit der Arbeitgeberseite, die ebenfalls organisiert ist.

1919 Ernst Busemann im Degussa-Vorstand

Mit Eintritt von Ernst Busemann in den Degussa-Vorstand ändert sich die Strategie der Degussa grundlegend: Es werden vermehrt Erlöse in Sachwerte investiert, Anlagen erweitert, Beteiligungen vergrößert und neue Firmen angekauft. Aufgrund dieser Unternehmenspolitik übersteht die Degussa weitgehend unbeschadet die Inflation und Weltwirtschaftskrise.

1919 Verlust von Auslandsbesitzungen und Patenten

Endgültiger Verlust von Auslandsbesitzungen und Patenten, Abwendung vom Weltmarkt. Unternehmen wie Degussa, Th. Goldschmidt und Röhm suchen neue, inländische Firmen und Arbeitsgebiete zum Wachsen.

1919 Versailler Vertrag

Der Friedensvertrag von Versailles (auch Versailler Vertrag, Friede von Versailles) wurde bei der Pariser Friedenskonferenz 1919 im Schloss von Versailles von den Alliierten und Assoziierten Mächten bis Mai 1919 ausgehandelt. Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags endete der Erste Weltkrieg auf der völkerrechtlichen Ebene. Sie war zugleich der Gründungsakt des Völkerbunds.

1918 Umstellung auf Friedensproduktion

Probleme bei der Umstellung auf Friedensproduktion. Politische Unruhen wirken sich auch auf die Betriebe aus. Durch große wirtschaftliche Not Verelendung der Mitarbeiter. Wenn die Unternehmen nicht helfen, sind alle am Ende.

1918 Mitbestimmungsgesetze bei Degussa

Meilenstein für die innerbetriebliche Mitbestimmung (bei Degussa seit 1898, bei Th. Goldschmidt und Röhm seit 1916). Betriebsräte bilden sich, verhandeln mit der Arbeitgeberseite, die ebenfalls organisiert ist. Tarifabschlüsse.

1916 Hilfsdienstgesetz

Wo noch nicht vorhanden, erste Arbeitnehmervertretungen, auch bei Th. Goldschmidt. Die Degussa hatte seit 1898 gewählte Arbeiter- und ab 1901 Beamtenräte. Ziel des Hilfsdienstgesetzes: Befriedung der durch Not immer aufsässiger werdenden Belegschaften.

Europäische Flüchtlingskrise

Anstieg der Flüchtenden in die EU-Staaten auf 1–2 Mio.

Caption .... Credit ...
Bürgerkrieg in Syrien

Das UNHCR geht davon aus, dass 5,6 Millionen Syrer:innen ins Ausland geflohen sind und 6,1 Millionen Menschen Binnenflüchtlinge sind.

Caption .... Credit ...
Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa

Zu den wichtigsten Beschlüssen der Potsdamer Konferenz gehörte die Legitimierung des „geordneten und humanen Transfers“ deutscher „Bevölkerungsteile“ Polens, der Tschechoslowakei und Ungarns sowie Polens Verwaltungshoheit über die deutschen Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie. Etwa 12 bis 14 Millionen Deutsche und deutschstämmige Angehörige verschiedener Staaten waren von Flucht und Vertreibung betroffen.

Caption .... Credit ...
1943 Zwangsarbeiterlager Berlin-Schöneweide

Mitten im Wohngebiet Berlin Schöneweide wird ein Zwangsarbeiterlager errichtet. Es umfasst 13 Unterkunftsbaracken und eine Wirtschaftsbaracke. In den Baracken leben rund 500 italienische Militärinternierte und Zivilarbeiter:innen, daneben vermutlich auch Ostarbeiter. Zwei Baracken dienen zeitweise als KZ-Außenlager für weibliche Häftlinge, die bei der Batteriefabrik Pertrix (VARTA) arbeiten müssen.

Barrierefreie Bildungs<h/>medien

Digitale Bildungsressourcen sollten barrierefrei zugänglich sein. Dies ist aber nur seltenst der Fall. So werden die allseits beliebten Vod- oder Podcasts meist ohne Lösungen für behinderte Menschen angeboten, die sie nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzen können. Aber auch einfache Textmedien stellen für viele Menschen mit einer Behinderung immer noch eine unüberwindbare Barriere dar.

Sonification: Komplexe Daten hörbar machen

Wer barrierefreie Bildungsmedien anbieten will, muss sie meist mühsam selbst erstellen. Dabei ist schon die Übertragung eines einfachen Texts in einen barrierefreien Text ein aufwendiger Prozess, der schnell 30 Minuten bis eine Stunde je Seite dauern kann. Ganz zu schweigen von barrierearmen Vod- oder Podcasts, die sich mit konventionellen Tools nicht wirklich erstellen lassen.

Trennung von Form und Inhalt

Wir sorgen für eine radikale Trennung der Inhalte von der Form ihrer digitalen Darstellung. Auf diese Art und Weise lassen sie sich vielseitig präsentieren, auch in barrierefreier Form.

Handicapped first

Es ist für uns ganz generell ein guter Stil der Programmierung und Produktentwicklung, wenn an21 Audiovisuelle Inhalte, die behinderte Menschen nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzen können, lassen sich auch multimodal bereitstellen, beispielsweise mit Bildbeschreibungen für blinde oder mit Bilduntertitelungen für gehörlose Menschen. Inzwischen gibt es intelligente KI Verfahren, mit denen sich solche Bildbeschreibungen oder Bilduntertitelungen auch automatisiert erstellen lassen.

Multimodale Bereitstellung

Audiovisuelle Inhalte, die behinderte Menschen nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzen können, lassen sich auch multimodal bereitstellen, beispielsweise mit Bildbeschreibungen für blinde oder mit Bilduntertitelungen für gehörlose Menschen. Inzwischen gibt es intelligente KI Verfahren, mit denen sich solche Bildbeschreibungen oder Bilduntertitelungen auch automatisiert erstellen lassen.

Metadaten

Audioviduelle Inhalte wie Videos sollten aussagekräftig mit Metadaten beschrieben werden, so dass sie auch von behinderten Menschen genutzt werden können, die sie nicht ansehen können. Möglich sind detaillierte Inhaltsbeschreibungen.

Constructive Alignment

Der Begriff Kompetenz oder kompetenzorientiertes Lernen wird, wenn nicht schwammig, so meist vieldeutig verwendet. Schulische Lernmittel müssen klar und konkret benennen, was unter den Kompetenzen zu verstehen ist, die vermittelt werden sollen, in Form von eindeutigen Learning Outcomes (intendierte Lernergebnisse), die sich auch wirklich (über)prüfen lassen. Was man nicht in Form einer eindeutigen Learning Outcome Description beschreiben lässt, lässt sich auch nicht sinnvoll prüfen. Standardorientierte Learning Outcomes Descriptions sorgen für ein transparentes Prüfungsgeschehen und stellen den Lernenden über die einschlägigen Informationen, Instruktionen, Unterlagen oder Hilfestellungen bereit.

Lehrpersonen orientieren sich bei der Planung von Lernprozessen gerne an den Inhalten, Lernende an den Prüfungsanforderungen. So gehen Lehr- und Lernkonzept schnell aneinander vorbei und der Unterricht wird von beiden Seiten als unbefriedigend empfunden. Das didaktische Modell des Constructive Alignments (konstruktive Abstimmung) will Lehr- und Lernkonzept besser aufeinander abstimmen und Lerninhalte immer auch im Kontext von anstehenden Prüfungen kommunizieren.

Trennung von Lerninhalten und Lernzielen

Ja, das klingt schräg, und auch wir haben es erst spät geschnallt. Aber es gibt da etwas, das man unbedingt auseinander halten muss. Lerninhalte sollten vielseitig sein, Lernziele aber eindeutig, mit klaren und konkreten Kriterien, wann sie erreicht sind. Lerninhalte sind letztlich austauschbar, eben nur Lernmittel, Lernziele aber nicht, sie müssen am Ende erreicht werden. Ein gutes digitales Lernmedium verknüpft fluide Lerninhalte mit den festgelegten Lernzielen und stellen den Lernenden überall Informationen bereit, welche Inhalte in welcher Form geprüft werden und welches die Kriterien für das Bestehen einer Prüfung sind.

Lehrpersonen orientieren sich bei der Planung von Lernprozessen gerne an den Inhalten, Lernende an den Prüfungsanforderungen. So gehen Lehr- und Lernkonzept schnell aneinander vorbei und der Unterricht wird von beiden Seiten als unbefriedigend empfunden. Das didaktische Modell des Constructive Alignments (konstruktive Abstimmung) will Lehr- und Lernkonzept besser aufeinander abstimmen und Lerninhalte immer auch im Kontext von anstehenden Prüfungen kommunizieren.

Trennung von Lerninhalten und Lernzielen

Ja, das klingt schräg, und auch wir haben es erst spät geschnallt. Aber es gibt da etwas, das man unbedingt auseinander halten muss. Lerninhalte sollten vielseitig sein, Lernziele aber eindeutig, mit klaren und konkreten Kriterien, wann sie erreicht sind. Lerninhalte sind letztlich austauschbar, eben nur Lernmittel, Lernziele aber nicht, sie müssen am Ende erreicht werden. Ein gutes digitales Lernmedium verknüpft fluide Lerninhalte mit den festgelegten Lernzielen und stellen den Lernenden überall Informationen bereit, welche Inhalte in welcher Form geprüft werden und welches die Kriterien für das Bestehen einer Prüfung sind.

Learning Outcome Descriptions

Der Begriff Kompetenz oder kompetenzorientiertes Lernen wird, wenn nicht schwammig, so meist vieldeutig verwendet. Schulische Lernmittel müssen klar und konkret benennen, was unter den Kompetenzen zu verstehen ist, die vermittelt werden sollen, in Form von eindeutigen Learning Outcomes (intendierte Lernergebnisse), die sich auch wirklich (über)prüfen lassen. Was man nicht in Form einer eindeutigen Learning Outcome Description beschreiben lässt, lässt sich auch nicht sinnvoll prüfen. Standardorientierte Learning Outcomes Descriptions sorgen für ein transparentes Prüfungsgeschehen und stellen den Lernenden über die einschlägigen Informationen, Instruktionen, Unterlagen oder Hilfestellungen bereit.

Multimodale Lernmedien Individuelle Lernwege fördern

Schüler:innen lernen alle auf unterschiedliche Weise. Viele beginnen am liebsten bei den Grundlagen, andere werden erst bei einer überraschenden Fragestellung wach. Junge Forscher:innen interessieren sich für aktuelle Ergebnisse aus der Wissenschaft, Und die ganz Pragmatischen eher für das, was für die anstehende Prüfung wichtig ist. Es ist und bleibt eine große Kunst, allen das Richtige bereitzustellen – ohne zu langweilen, ohne zu überfordern.

Multimodale Medien erlauben, Inhalte nutzerspezifisch bereitzustellen, bezogen auf individuelle Lernbedürfnisse, Lerninteressen oder Lernsituationen. Solche Medien lassen sich weitgehend automatisiert erstellen, wenn die Inhalte sachlich, formal und kompetenzorientiert erschlossen sind. Wir entwickeln Verfahren für eine solche Erschließung und automatisierte Erstellung. So erhalten die Schüler:innen immer das, was sie beim Lernen am besten unterstützt.

Arten & Verbreitung

Die meisten Schüler:innen lernen gerne "ordentlich"
und beginnen am liebsten mit den Grundlagen.

Wieviel Insekten
hausten wohl
in der Couch
von Sigmund Freud?

Andere finden das langweilig
und wachen erst bei einer überraschenden Fragestellung auf.

Und dann sind da noch diejenigen,
die immer alles ganz genau wissen wollen.

Barrierearme Bildungsmedien

Multimodale Lernmedien erlauben eine barrierearme Bereitstellung von digitalen Lerninhalten. Sie können audiovisuelle Inhalte mit Bildbeschreibungen für blinde oder mit Bilduntertitelungen für gehörlose Menschen ausgeben. Inzwischen gibt es KI Lösungen, mit denen sich solche Bildbeschreibungen oder Bilduntertitelungen auch automatisiert erstellen lassen.

Flipped Classroom

Für den Unterricht in Flipped Classrooms bieten sie nicht nur Vorträge in Form von Videoaufzeichnungen, sondern können diese interaktiv mit weiterführenden Informationen, Instruktionen oder Materialien anreichern.

Prüfungsvorbereitung

Für die Prüfungsvorbereitung extrahieren sie auf Knopfdruck die prüfungsrelevanten Inhalte mit detaillierten Informationen, was in welcher Form geprüft wird.

Shorts

Kurzfilme eignen sich ausgezeichnet für Analysen

Zsofi ist neu in der Schule ...

Was denkst du: Wie geht es ihr hier bei ihrem ersten Gang durch die Schule?

Erwartung?

Kurzfilme schulen die Beobachtung

Das kleine Medium Kurzfilm hat ein großes Potential, zum Beispiel für den schulischen Unterricht. Mit ein paar Handgriffen lassen sich interaktive Materialien erstellen, mit denen man spannende filmbasierte Unterrichtsprojekte durchführen kann.

Es gibt viele spannende Kurzfilme, die sich ausgezeichnet für den schulischen Unterricht eignen. Viele davon sind über die üblichen Plattformen wie YouTube oder Vimeo auch frei verfügbar. Das Problem: Meist fehlt es an weiterführenden Unterlagen für den Unterricht. So wird das Potential der Filme nicht wirklich ausgeschöpft und viele Chancen des filmgestützten Lernens bleiben ungenutzt.

Wir haben nach einer einfachen Lösung gesucht, wie sich interaktive Materialien für das filmgestützte Lernen selbst erstellen lassen, und einen entsprechenden Link entwickelt, mit dem man nicht nur gezielt einzelne Filmsequenzen ansteuern, sondern auch ergänzende Inhalte einblenden kann, wie Texte, Bilder, Diagramme, Zeichnungen oder digitale Inhalte beliebig anderer Art. Alles was zu tun ist: Man muss die Inhalte mit einer Start- und Endzeit versehen, an der sie sich ein- und wieder ausblenden sollen. That's it.

Andrea Hohmeyer andrea.hohmeyer@evonik.com Frank Krüsken frank.kruesken@evonik.com Christian Staffa staffa@eaberlin.de Accessibility

Digitale Bildungsressourcen sollten für alle Nutzer*innen gleichermaßen zugänglich sein. Für behinderte Menschen werden sie aber nur in den seltensten Fällen so aufbereitet, dass sie sie gleichberechtigt nutzen können. Aber auch in der Forschung werden digitale Inhalte meist in digitalen Formen und Formaten vorgehalten, in denen sie nicht von allen genutzt werden können.

Barrierearme Bildungsmedien. Dies gilt vor allem für audiovisuelle Bildungsinhalte, die über Videos bereitgestellt werden.

Forschungsdatenmanagement. Forschungsdaten sollen so vorgehalten werden, dass sie sich ohne spezialisierte Technologien oder Tools abrufen lassen, von Menschen und Maschinen. Es soll ausgewiesen werden, wer auf die Daten zugreifen kann und unter welchen Bedingungen sie genutzt werden dürfen. Geschützte Forschungsdaten, die nicht direkt bereitgestellt werden können, sollen über die Metadaten beschrieben werden. Idealerweise wird ein Authentifizierungsverfahren angeboten, über das ggf. ein individueller Zugang zu geschützten Forschungsdaten bereitgestellt werden kann.

Gruppenorientierte Accessibility Contentorientierte Accessibility
Geschützte Lernbereiche einrichten, auch in offenen Lernressourcen

Wir entwickeln Lösungen, mit denen man detailliert den Zugriff auf Lerninhalte steuern kann. So können auch in offenen Lernressourcen geschützte Bereiche für einzelne Nutzer oder Nutzergruppen eingerichtet werden.

Accessibility

Dass digitale Medien immer und überall zugänglich sind ist eine Mär. Dies gilt auch und vor allem für digitale Bildungsmedien. Meist sind sie nur zugänglich über spezielle Programme oder Plattformen, ohne die man sie nicht nutzen kann. Oder sie versagen bei anspruchsvollen Nutzer*innen, beispielsweise bei behinderten Menschen, die mit der üblichen Art, digitale Inhalte bereitzustellen, wenig anfangen können.

Multimodale Bereitstellung von Lerninhalten

Audiovisuelle Lernmedien sind beliebt und werden immer breiter eingesetzt, aber meist ohne Lösungen für Menschen, die sie nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzen können. Sie sollten deshalb grundsätzlich multimodal bereitgestellt werden, mit Bildbeschreibungen für blinde oder mit Bilduntertitelungen für gehörlose Menschen Neuere KI Verfahren machen es inzwischen möglich, solche Bildbeschreibungen oder Bilduntertitelungen auch automatisiert zu erstellen. Sie helfen nicht nur behinderten Menschen, digitale Bildungsmedien besser nutzen zu können, sondern erlauben auch, sie analysieren und gezielt für digitale Bildungsprojekte nutzen zu können.

Transparentes Zugangs<h/>management

OPEN Access ist eine unverzichtbare Anforderung, wenn wir wirklich eine offene Bildungs- und Wissensgesellschaft sein wollen. Gleichwohl gibt es schutzpflichtige Inhalte, die nicht offen zugänglich gemacht werden können. Sie lassen sich aber über Metadaten beschreiben, die darüber informieren, um welche Daten und Dokumente es sich handelt, wem und unter welchen Bedingungen ein Zugang eingeräumt werden kann, welche Authentifizierungsverfahren dafür angeboten werden oder wer die Ansprechpersonen sind, von denen man weitergehende Auskünfte erhalten kann.

Bei der Entwicklung und Nutzbarmachung von Access-Management-Systemen für digitale Bildungsressourcen sind wir seit vielen Jahren Pioniere. Und mit der FAIR Data Initiative hat sich (endlich) auch in den heiligen Hallen der großen Wissens- und Wissenschaftsgesellschaften die Erkenntnis durchgesetzt, dass es mit OPEN Access allein nicht getan ist, sondern dass es auch einen verantwortungsvollen Umgang mit schutzpflichtigen Inhalten braucht. Es hat lange gedauert... lesson learned 😜

Tonaufzeichnungen aller Art (Interviews, Gruppendiskussionen, musikalische Aufführungen, historische Aufnahmen u.a.) lassen sich beliebig mit Bildern, Texten, Karten, Grafiken, Diagrammen oder anderen Inhalten anreichern.

Reine Tonaufnahmen können mithilfe einfacher Time- und Targetcodes zu multimedialen Präsentationen aufbereitet werden. Die Inhalte blenden sich sequenzbezogen ein- und wieder aus, an frei wählbaren Positionen in einem flexiblen Raster.

Animationen Animationen

Inhalte einblenden, ausblenden, überblenden, verschieben, beschneiden, loopen, rotieren, skalieren ... es gibt unendlich viele Arten, Inhalte zu animieren.